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Fachinformationen | 11.01.2017

Steuerflucht und Steuerhinterziehung: ein moralisches Armutszeugnis

Spätestens seit den Panama-Papers muss allen Bürgerinnen und Bürgern klar sein, dass Steuerflucht und Steuerhinterziehung im großen Stil weltweit über dubiose Briefkastenfirmen ohne viel Aufwand abgewickelt werden kann. Für die Finanzierung des Gemeinwesens zahlen nur noch die, die wollen oder nicht anders können. Diese Entkopplung von gesellschaftlicher Verantwortung ist, wenn auch teilweise nicht illegal, ein Geschäft, nicht nur zur Lasten der ökonomisch Schwachen, sondern zu Lasten der Gesamtbevölkerung. Schwimmbäder, Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen, Spielplätze aber auch Straßen und Radwege sind so nahezu chronisch in jeder Kommune des Landes unterfinanziert.

Trotz der kämpferischen Gesten des Finanzministers nach Bekanntwerden der Panama-Enthüllungen folgte bisher wenig. Die politischen Fronten scheinen verhärtet und insbesondere die Konservativen und Liberalen bekunden kein gesteigertes Interesse daran Steuerkriminalität mit mehr Transparenz und Geldauflagen, bei einer Zusammenarbeit mit dubiosen Firmen zu belegen. Datenlecks sind aktuell die verlässlichste Quelle im Kampf gegen Steuerflucht. Whistleblower werden aber systematisch angezeigt und ins Gefängnis gebracht, da der Datenschutz der Unternehmen höher priorisiert wird, als der Schaden für das Gemeinwohl. Klar ist aber, ohne Whistleblower wäre der Druck gegen Steuerdumping und Steueroasen bei weitem nicht so groß.

Am 27. September hat der Untersuchungsausschuss zu den Panama Papers seine Arbeit aufgenommen. Die Aufgabe des Ausschusses muss es sein aufzuklären, aus welchen Gründen Banken, Unternehmensprüfer und Anwälte über Jahre ungestraft ein multinationales Netz von Briefkastenfirmen aufbauen konnten, ohne dass Aufsichtsgremien dies unterbunden haben.

Steuerhinterziehung ist ein Verbrechen. Die juristische Strafverfolgung die Sache der Gerichte. Aber an der moralischen Schuldigkeit führt kein Weg vorbei.

Als N-Kompass übernehmen wir Verantwortung für Umwelt und Gesellschaft und sind in unserem Arbeitsalltag damit befasst, Unternehmen und Beratern das richtige Werkszeug an die Hand zu geben um ein strategisches Nachhaltigkeits-Management zu implementieren. Dazu gehört, dass Bekenntnis Verantwortung übernehmen zu wollen. Als ambitionierter Partner auf dem Feld der Unternehmensethik ist es für uns ein Anliegen, nicht nur Compliance-Vorgaben einzuhalten, sondern darüber hinaus einen gesellschaftlichen Mehrwert zu stiften.

Die Kosten für rücksichtsloses Wirtschaften darf nicht das Gemeinwesen tragen müssen.

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