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Fachinformationen | 11.06.2019

So steigen Sie in die betriebswirtschaftliche Beratung ein

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Viele Kanzleiinhaber sind zufrieden, denn die Auftragsbücher sind noch voll. Warum sollte also etwas verändert werden? Weil – darüber sind sich Fachleute einig – durch die fortschreitende Digitalisierung auch in den Kanzleien der Umsatzanteil der sog. Vorbehaltsaufgaben Finanzbuchhaltung, Lohnabrechnung, Jahresabschlüsse und Steuererklärungen zunehmend einbrechen wird. Die DATEV eG prognostiziert sogar, dass insbesondere das Honorarpotenzial der Buchhaltung in Zukunft auf nur noch 10 % des abrechenbaren Umsatzes abnehmen wird. Die betriebswirtschaftliche Beratung kann dieses Dilemma lösen.

Jahresabschluss wird ohnehin erstellt
Wenn deklaratorische Tätigkeiten in Zukunft zunehmend an Bedeutung verlieren, bedarf es den Ausbau weiterer, neuer Geschäftsfelder. Mit der „Steuerberatung 2020“ forciert die Bundessteuerberaterkammer den Ausbau von vereinbaren Tätigkeiten, insbesondere der betriebswirtschaftlichen Beratung für eine zukunftsfähige Steuerkanzlei. Hier bietet sich – weil er ohnehin erstellt wird – der Jahresabschluss als Einstieg an. Durch eine Analyse des Jahresabschlusses lassen sich schnell Schwächen im Unternehmen des Mandanten entdecken. Und damit ist die Basis geschaffen für Folgeaufträge.

Tools liefern Kennzahlen
Excel-Tools zur Jahresabschlussanalyse liefern Ihnen mit wenig Aufwand die relevanten Kennzahlen. Sie müssen lediglich die Bilanz- und GuV-Daten Ihres Mandanten eingeben. Entscheidend ist nun, dass Sie wissen, was die Kennzahlen bedeuten und wie sie zu interpretieren sind.

Was sagen die Kennzahlen aus – Beispiel Liquiditätsgrade?
Am Beispiel der Liquiditätsgrade wird deutlich, wie wichtig es ist, die sich aus der Jahresabschlussanalyse ergebenden Kennzahlen richtig zu deuten.
Die unterschiedlichen Liquiditätsgrade geben Auskunft darüber, wie das Unternehmen in Zukunft zahlungsfähig ist. Hierbei unterscheidet man i. d. R. drei Stufen:

  • Liquidität 1. Grades,
  • Liquidität 2. Grades und
  • Liquidität 3. Grades.

Bei der Liquidität 1. Grades werden die flüssigen Mittel und die kurzfristigen Verbindlichkeiten ins Verhältnis gesetzt. Damit soll die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens bewertet werden. Beträgt die Liquidität 1. Grades z. B. über 100 %, können allein mit den liquiden Mitteln alle kurzfristigen Verbindlichkeiten gedeckt werden. Die Zahlungsfähigkeit wäre also sehr hoch.

Hinweis: Die Liquidität 1. Grades muss jedoch nicht über 100 % betragen, sondern sollte eher im Bereich zwischen 10 % und 30 % liegen, da Forderungen aus Lieferung und Leistung sowie Vorräte auch noch zur Deckung der kurzfristigen Verbindlichkeiten zur Verfügung stehen können.

Bei der Liquidität 2. Grades werden die flüssigen Mittel um die kurzfristigen Forderungen ergänzt und mit den kurzfristigen Verbindlichkeiten ins Verhältnis gesetzt. Die Liquidität 2. Grades gibt an, inwieweit die Forderungen und flüssigen Mittel die kurzfristigen Verbindlichkeiten decken.

Hinweis: Die Liquidität 2. Grades sollte zwischen 100 % und 120 % betragen. Liegt sie unter 100 %, könnte dies ein Hinweis auf einen zu hohen Lagerbestand, z. B. aufgrund mangelnden Absatzes, sein. Die Zahlungsfähigkeit Ihres Mandanten könnte gefährdet sein.

Bei der Liquidität 3. Grades werden die flüssigen Mittel zusätzlich um die Vorräte ergänzt und mit den kurzfristigen Verbindlichkeiten ins Verhältnis gesetzt. Sie sollte mindestens 120 % betragen.

  • Liegt die Kennzahl unter 120 %, kann es bei der Preisgestaltung bzw. beim Absatz Probleme geben.
  • Liegt sie sogar unter 100 %, würde das bedeuten, dass ein Teil des langfristigen Anlagevermögens kurzfristig finanziert worden wäre. Dies verstößt gegen die goldene Bilanzregel: Langfristiges Anlagevermögen muss langfristig finanziert werden.
  • Liegt sie deutlich über 120 %, könnten im Lager zu viele Produkte liegen, die das Kapital binden.

Hinweis: Berechnungen zeigen, dass die deutschen Industrie- und Handwerksunternehmen bei der Liquidität 2. und 3. Grades folgende Werte annehmen, wobei festzustellen ist, dass eine positive (negative) Konjunkturentwicklung positiven (negativen) Einfluss auf die Kennzahl hat:

  • Liquidität 2. Grades: zwischen 82 % und 89 %,
  • Liquidität 3. Grades: zwischen 180 % und 186 %.

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  • Whitepaper „Jahresabschlussanalyse als Einstieg in die betriebswirtschaftliche Beratung“ (PDF)
  • Berechnungsprogramm „Jahresabschlussanalyse und Bilanzplanung mit Kennzahlen“ (MS-Excel)

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