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Fachinformationen | 25.10.2019

Erleichterungen zur Anwendung von Hedge Accounting im Lichte der IBOR-Reform

Balkendiagramm

Referenzzinssätze sind für die globalen Finanzmärkte von erheblicher Bedeutung. Für zahlreiche Finanzinstrumente (etwa Zinsderivate, Swaps, Futures, Optionen oder Anleihen) werden die variablen Zinsen unter Rückgriff auf Referenzzinssätze wie die sog. „Interbank Offered Rates (IBOR)“ festgelegt. Das zugrunde liegende Volumen geht in die Billionen. Die jüngeren Marktentwicklungen seit der Finanzkrise und die Skandale um Zinsmanipulationen haben die Zuverlässigkeit und Robustheit verschiedener Referenzzinssätze erheblich in Zweifel gezogen und eine globale Reform solcher Benchmarks hin zu alternativen, nahezu risikolosen Zinssätzen angestoßen. Der Fortschritt in den einzelnen Ländern ist dabei unterschiedlich; innerhalb der EU etwa müssen die Nachfolger von LIBOR, EURIBOR etc. spätestens Anfang 2022 etabliert sein.

Die aus der IBOR-Reform resultierende Unsicherheit zur Zukunft bestehender bzw. aus dem Übergang auf neue Referenzzinssätze wirkt sich auch auf die Finanzberichterstattung von Unternehmen aus. Dies gilt insbesondere für einige zukunftsgerichtete Vorschriften in IFRS 9 und IAS 39 zum hedge accounting, die sich auf den Zeitpunkt und die Höhe künftiger Cashflows aus designierten Sicherungsgeschäften beziehen. Unternehmen könnten dadurch an der Fortführung bzw. der Neu-Designation von Sicherungsbeziehungen gehindert sein. Als Reaktion auf die bestehende Unsicherheit hat der IASB Anfang Mai 2019 den Entwurf ED/2019/1 Interest Rate Benchmark Reform – Proposed amendments to IFRS 9 and IAS 39 veröffentlicht. Die Änderungen sollen im Lichte der IBOR-Reform die Anwendung von hedge accounting erleichtern und für Berichtsjahre, die am oder nach dem 1.1.2020 beginnen, angewendet werden. Am 26.9.2019 hat der IASB die finalen Änderungen veröffentlicht – die sich hinsichtlich der hier besprochenen Aspekte nicht von den Vorschlägen im ED unterscheiden.

Um es auf den Punkt zu bringen: Die Änderungen erlauben es, die in der Vergangenheit designierten hedge-Beziehungen fortzusetzen, bis die Unsicherheiten, die sich aus der IBOR-Reform ergeben, geklärt wurden.

Dennoch geht der Entwurf im Wesentlichen nur auf die Auswirkungen auf abgesicherte Zinsrisiken bei cashflow hedges ein. Die Änderung der Referenzzinssätze wirkt sich aber auch auf weitere Sicherungsbeziehungen aus, wie z. B. bei Fremdwährungsrisiken – hier ist u. U. das Kriterium der Identifizierbarkeit und Messbarkeit des Risikos aufgrund der Änderung des Zinssatzes nicht mehr gegeben. Es wäre wünschenswert, dass der IASB dies ebenfalls berücksichtigt und nicht nur auf abgesicherte Cashflows, sondern auf abgesicherte Risiken abstellt.

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