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Über NWB / PR | 11.10.2017

Im Meer der Bücherwelt

Ob Bücher, Magazine oder Zeitungen, die Verlags- und Buchhandelsbranche droht durch eine immer größer werdende Veränderungswelle überrollt zu werden. Ursprung des Wandels liegt in der Digitalisierung. Warum es an der Zeit ist, dass die Branche Wege findet, die Welle richtig zu nehmen und wie eine nachhaltige Ausrichtung dabei helfen kann.

von Marie-Lucie Linde

Nachhaltigkeit
Um acht Uhr morgens nimmt der Berufsverkehr auf Asphalt und Schiene langsam Fahrt auf. Lässt man den Blick in den Zugabteilen etwas schweifen, entdeckt man eine Vielzahl an gesenkten Köpfen. Kein neues Bild will man meinen. Doch sind die gesenkten Köpfe heute nur selten in die Buchlektüre oder die Tageszeitung vertieft. Vielmehr wird auf Touchscreens mit einem hin und her wischen eine App nach der anderen im Akkord geöffnet und geschlossen. Ein anderes Bild, das vor allem eine Branche nicht kalt lässt. Die Verlags- und Buchhandelsbranche ist unmittelbar durch die Folgen der Digitalisierung betroffen: Zurückgehende Verkaufszahlen von Print-Büchern durch sich verändernde Leserverhaltensweisen, ein Zuwachs des Online-Buchhandels, aber auch eine durch die digitalisierte Welt erhöhte Geschwindigkeit treiben Verlage heute um und an.

Digital allein reicht nicht

Die Lösung könnte doch ganz einfach sein: Alle Produkte digitalisieren und online anbieten, was zudem nachhaltig ist. Doch so einfach ist die Lösung für diese Veränderungswelle nicht. Ein Lied davon kann auch die Musikindustrie singen. Denn es geht nicht nur um die Produkte der Verlage, sondern die Herausforderung liegt in dem gesamten Wertschöpfungssystem. „So zum Beispiel bei Format, Lektorat, Kundenansprache und der Transaktion selbst, alles läuft (auch) über digitale Kanäle, statt früher gebündelt über den Verlag und den stationären Buchhandel“, sagt Christian Grötsch, Gründer und Geschäftsführer der dotSource GmbH, die seit über 10 Jahren Unternehmen zu Strategien und Technologien im E-Commerce berät.

Wer sich heute zu einem Buch beraten lassen oder eine Empfehlung einholen will, der wendet sich immer weniger an die Verlage selbst, sondern informiert sich zunehmend über Online-Blogs oder Plattformen wie Amazon. Auch Google mischt mit seinem Angebot Google Books mit und ermöglicht durch die Volltextsuche eine neue Form der Leseprobe. Mit nur einem E-Book-Reader kann man mittlerweile mehr als einen Koffervoll Bücher mit in den Urlaub nehmen. Schon heute haben Online-Angebote wie Wikipedia z.B. die Lexika aus der Buchlandschaft verdrängt und nahezu obsolet gemacht.

Neue Mehrwerte schaffen
Der Leser greift immer häufiger auf online frei verfügbare und kostenfreie Inhalte zurück. Paradoxerweise ist der Leser aber auch nicht wenig gewillt, für diesen Online-Content zu zahlen. Dies zeigt, dass die Lösung allein nicht in der Digitalisierung der Verlagsprodukte liegen kann. Es gilt Geschäftsmodelle zu entwickeln, die auf die sich verändernden Lesegewohnheiten und auf die dafür notwendigen Erzählformen eingehen. Die zentrale Frage ist: „Was sind geeignete Publikationsformen, in gedruckter wie in digitaler Form, mit denen Verlage nicht nur alten Wein in neue Schläuche gießen, sondern (wieder) echte Mehrwerte schaffen können?“ So bringt Jochen Krisch, Inhaber der Exciting Future GmbH in München, die Herausforderung auf den Punkt. Denn egal ob mit oder ohne e, Buch bleibt Buch, ist der Branchenexperte für E-Commerce überzeugt.

Diese Erkenntnis ist in einigen Verlagshäusern bereits angekommen. So auch beim NWB Verlag. Der mittelständische Fachverlag für Steuerberater und Wirtschaftsprüfer sieht die neuen Anforderungen als zentrale Zukunftsfrage für das Unternehmen: „Deshalb ist die Bereitschaft zur Veränderung essenziell für die Mitarbeit im Verlag", betont Dr. Ludger Kleyboldt, Geschäftsführer in dritter Generation beim NWB Verlag. Der erste Schritt um der Veränderungswelle zu begegnen, scheint somit in der Sensibilisierung für die neuen Anforderungen und in der Weiterentwicklung der Verlagsorganisationen zu liegen. „Digitale Transformation ist ein Prozess, der nie aufhört“, ist Kleyboldt überzeugt.

Digital und nachhaltig: ein Mehrwert der Zukunft
Neben der digitalen Transformation rückt ein weiteres Thema immer mehr in den Fokus der Debatte, und zwar die Nachhaltigkeit. Denn nur wenn sich Unternehmen zukunftsfähig – sprich nachhaltig – aufstellen, können sie im engen Schulterschluss mit der Digitalisierung den Veränderungen trotzen. Der NWB Verlag hat dies als einen Zukunftsschlüssel erkannt und hat seine Unternehmensstrategie mit zentralen Nachhaltigkeitsthemen verknüpft. „Wir wollen uns Schritt für Schritt strategisch der nachhaltigen Unternehmensführung stellen und diese systematisch weiterentwickeln. Dabei stehen bei NWB der Nutzen sowie die Zufriedenheit unserer Kunden als auch die Kompetenzentwicklung und Zufriedenheit unserer Mitarbeiter im Vordergrund. Auch die nachhaltige Papiernutzung ebenso wie die Digitalisierung unserer Produkte und Prozesse stellen zentrale Themen für uns dar, die es uns ermöglichen, effizient und zukunftsorientiert zu arbeiten“, betont die NWB-Geschäftsführung. Über die Nachhaltigkeitsaktivitäten im Detail berichtet der NWB Verlag in seinem neu veröffentlichten Nachhaltigkeitsbericht.

Entdecken Sie hier den NWB Nachhaltigkeitsbericht 2016: www.nwb.de/go/bericht

Die Verlags- und Buchhandelsbranche muss sich auf einen Transformationsprozess vorbereiten und neu definieren, was die Branche in zehn Jahren ausmachen wird. Damit die Veränderungswelle die Verlage nicht überrollt, sondern sie auf dieser in die Zukunft reiten können.


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