Verkürzung der Leasinglaufzeit

Aufsatz von Dr. Katharina Maier, PiR 5/2020 S. 192

Sachverhalt: A ist Hersteller von Pressteilen für Kraftfahrzeuge und beliefert diverse Automobilhersteller. Aufgrund schwächelnder Nachfrage kommt es per 31.12.X4 zu Restrukturierungen im Konzern und in diesem Zuge soll auch der Standort in China innerhalb der nächsten zwei Jahre geschlossen werden. Bis dahin sollen bestehende Aufträge noch abgearbeitet, aber keine neuen Aufträge angenommen werden. Am betroffenen Standort ist A in die Werkshalle mit den folgenden Vertragsspezifikationen eingemietet:

  • Beginn der Leasinglaufzeit: 1.1.X1
  • Leasinglaufzeit: 12 Jahre (Restlaufzeit per 31.12.X4 somit 8 Jahre)
  • Leasingrate: 300.000 p. a., zahlbar am Ende jeder Mietperiode
  • Diskontierungssatz: 3 %
  • Der Leasingvertrag enthält keine Kündigungs- oder Verlängerungsoptionen.
Im Zuge von Verhandlungen kommt der Vermieter A entgegen und verkürzt die verbleibende Leasinglaufzeit auf vier Jahre. Dafür steigen die jährlichen Raten auf 350 T€ und A bezahlt dem LG als Gegenleistung für die Einwilligung in die Änderung des Vertrags einen Pauschalbetrag i. H. von 200 T€ (surrender premium).

Vor Berücksichtigung der Vertragsanpassung steht das Nutzungsrecht per 31.12.X4 mit 1.991 T€ und die Leasingverbindlichkeit mit 2.106 T€ zu Buche. Der Grenzfremdkapitalzinssatz des Leasingnehmers beträgt zu diesem Zeitpunkt 3,5 %. A geht in seinen Planungsrechnungen davon aus, dass die Werkshalle per 31.12.X4 einen erzielbaren Betrag von 1.300 T€ hat.

Fragestellung: Wie sind die Einmalzahlung im Rahmen der Modifikation und eine etwaige Wertminderung beim Leasingnehmer per 31.12.X4 zu bilanzieren?

Ergebnis: Im ersten Schritt hat A die Modifikation des Leasingverhältnisses zu bilanzieren, um den Buchwert als Vergleichswert zum erzielbaren Betrag zu ermitteln (IAS 36.59). Die Modifikation führt zu einer Verringerung der Leasingverbindlichkeit und des Nutzungsrechts und resultiert in einem Modifikationsgewinn von 38 T€.

Da der erzielbare Betrag des Leasingguts unter dem (modifizierten) Buchwert liegt, ist im zweiten Schritt eine Wertminderung i. H. von 109 T€ vorzunehmen und sodann der Abschreibungsbetrag neu festzulegen.
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