Fremdwährungsreporting nach § 23 EStG

Aufsatz von Dr. Rolf Müller und Stephanie Müller, NWB-EV 5/2020 S. 165

Der Anwendungsbereich des § 23 EStG, die sogenannten „privaten Veräußerungsgeschäfte“, hat sich seit der Einführung der Kapitalertragsteuer zu Beginn des Jahres 2009 deutlich reduziert. Bei der Veräußerung von Fremdwährungen im Zusammenhang mit einem Wertpapierdepot findet § 23 EStG Anwendung, sofern Anschaffung und Veräußerung der Fremdwährung innerhalb eines Jahres erfolgen. Fremdwährungsgeschäfte können im Rahmen einer Gesamtvermögensstrategie als Renditequelle oder als Absicherungsinstrumente von in fremder Währung angeschafften Aktien, Anleihen oder sonstigen Wertpapieren dienen. Der Anschaffungszweck ist i. A. für die Besteuerung der Gewinne und Verluste unerheblich. Da Fremdwährungsgeschäfte nicht in den Bereich der Einkünfte aus Kapitalvermögen i. S. des § 20 EStG fallen, unterliegt der Sachverhalt nicht der Abgeltungsteuer und fällt daher auch nicht in den Bereich der steuerrelevanten Berichterstattung der Banken. Dies bedeutet, dass die Banken im Rahmen ihres Reportings keine steuerrelevanten Angaben zu den Fremdwährungsgeschäften machen. Leider wird dieser Umstand in der Praxis aber häufig verkannt, so dass die Fremdwährungsgeschäfte u. U. steuerlich nicht berücksichtigt werden. Dies kann – insbesondere bei Vorliegen von hohen Fremdwährungsgewinnen – steuerstrafrechtliche Konsequenzen haben. Zur exakten Erfassung der steuerrelevanten Sachverhalte eines Fremdwährungskontos ist eine genaue Prüfung und Berechnung anhand der einzelnen Kontoauszüge notwendig. Bei manueller Berechnung ist die Ermittlung des Fremdwährungsertrags in der Praxis mit hohen Aufwänden verbunden. Eine Automatisierung der Berechnung ist daher sinnvoll.

Kernaussagen

  • Fremdwährungsgeschäfte fallen nicht in die steuerrelevante Berichterstattung der Banken und müssen vom Steuerpflichtigen ermittelt werden.
  • Steuerrelevant i. S. des § 23 EStG ist, wenn im Rahmen des Fifo-Verfahrens eine „echte“ Währungsanschaffung auf eine „echte“ Währungsveräußerung trifft.
  • Eine automatisierte Abbildung der steuerrelevanten Fremdwährungsgeschäfte ist kostengünstiger als die konventionelle Ermittlung und bietet damit dem Mandanten mehr Flexibilität bei der Asset-Allokation.
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