Corona-Krise: Praxisfragen für die Änderung von bisherigen Ansatz- und Bewertungsmethoden im Jahresabschluss 2019

Aufsatz von Dr. Timmy Wengerofsky, StuB 10/2020 S. 371

Die aktuelle Corona-Krise hat Auswirkungen auf verschiedenste Bilanzierungssachverhalte und wird das Zahlenwerk vieler Jahresabschlüsse erheblich durcheinanderwirbeln. Sowohl die Jahresabschlussersteller als auch deren Prüfer sind in höherem Maße als bisweilen mit Ermessensentscheidungen konfrontiert. Es stellt sich die schwierige Frage, ob eine Berücksichtigung veränderter Verhältnisse für den Ansatz und die Bewertung von Vermögensgegenständen und Schulden bereits im Jahresabschluss zum 31.12.2019 möglich ist. Entscheidende Bedeutung dürfte dabei § 252 Abs. 2 HGB haben, erlaubt dieser doch, dass in „begründeten Ausnahmefällen“ von den allgemeinen Ansatz- und Bewertungsprinzipien des Handelsbilanzrechts abgewichen werden darf. Das Institut der Wirtschaftsprüfer in Deutschland e. V. (IDW), welches frühzeitig drei fachliche Hinweise zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Rechnungslegung und Prüfung veröffentlicht hat, erwähnt in diesem Zusammenhang den Grundsatz der Ansatz- und Bewertungsstetigkeit, ohne jedoch detailliert aufzuschlüsseln, wann und wie von diesem Corona-bedingt und -begründet abgewichen werden kann. Dr. Timmy Wengerofsky geht dieser Frage nach und zeigt auf, welche Ausnahmefälle i. S. des § 252 Abs. 2 HGB Abweichungen in der aktuellen Krise rechtfertigen.

Die Kernaussagen lauten:

  • Zwar nimmt das IDW zunächst recht allgemeingültig eine Einordnung der Corona-Pandemie als in 2020 wertbegründendes Ereignis vor, zurrt die Grenzen dieser Einordnung aber nicht vollends fest. Entsprechend hat eine Einzelfallprüfung und Einordnung durch den Rechnungslegenden für sein jeweiliges Unternehmen stattzufinden. 
  • Durchbrechungen sind vor allem denkbar, wenn der Rechnungslegende bei der Erstellung zu einer wesentlich veränderten Einschätzung der Unternehmensentwicklung und/oder der Konjunkturlage kommt. 
  • Durch § 252 Abs. 2 HGB sollte es in diesem Falle erlaubt sein, die bisherigen Ansatz- und Bewertungsmethoden grundlegend zu überprüfen und der neuen Situation anzupassen.
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