Update zum steuerfreien Coronabonus

Aufsatz von Prof. Dr. Frank Hechtner, Vorabveröffentlichung aus NWB 21/2020 S. 1540

Bund und Länder haben mittlerweile erste Lockerungen beschlossen, nachdem über mehrere Wochen strikte Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus galten. Ziel der Lockerungen ist es auch, dass einzelne Bereiche der Wirtschaft wieder ihre Aktivitäten hochfahren können. Zur Abmilderung der negativen Folgen für die Wirtschaft haben Bund und Länder diverse Maßnahmen getroffen, darunter auch untergesetzliche steuerliche Maßnahmen seitens der Finanzverwaltung.

Eine dieser Maßnahmen ist das BMF-Schreiben v. 9.4.2020 zur Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise für Arbeitnehmer. Nach diesem BMF-Schreiben können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern in der Zeit vom 1.3. bis zum 31.12.2020 aufgrund der Corona-Krise Beihilfen und Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 € steuerfrei nach § 3 Nr. 11 EStG in Form von Zuschüssen und Sachbezügen gewähren. Infolge des sehr breiten Anwendungskreises haben sich mittlerweile diverse Fragestellungen für die praktische Umsetzung ergeben. Das BMF hat hierzu mit Update v. 30.4.2020 die bisherigen Corona-FAQ Steuern um einen Abschnitt „VII. Steuerfreie Beihilfen und Unterstützungen für Arbeitnehmer bis zu 1.500 Euro“ ergänzt. Hieraus ergeben sich die folgenden Anmerkungen:

  • Die Steuerbefreiung wirkt im Sinne eines Freibetrags. Dieser Freibetrag in Höhe von 1.500 € kann pro Dienstverhältnis gewährt werden. Der Freibetrag kann damit im Ergebnis bei mehreren Dienstverhältnissen auch mehrmals (gleichzeitig) gewährt werden. Weiterhin ist der Freibetrag nicht an eine einzelne Zahlung gebunden, sondern erstreckt sich auf alle Coronaboni aus einem Dienstverhältnis.
  • Von der Regelung angesprochen werden prinzipiell Zahlungen an Arbeitnehmer. Hierbei ist es unerheblich, welches konkrete Arbeitnehmerverhältnis vorliegt. Die Regelung spricht sowohl öffentlich-rechtliche als auch private Anstellungen an. Unerheblich ist ferner, ob ein Mini- oder Midijob vorliegt.
  • Eine Kausalität zwischen Bonuszahlung, Coronakrise und individueller Betroffenheit des Arbeitnehmers infolge der Coronakrise wird nicht verlangt. Im Ergebnis kann damit per se jede freiwillige Zahlung des Arbeitsgebers unter den weiteren Voraussetzungen des BMF-Schreibens v. 9.4.2020 erst einmal zu einem steuerfreien Coronabonus werden.
  • Nur (vereinbarte) Zahlungen ab dem 1.3.2020 können als steuerfreier Coronabonus berücksichtigt werden. Zahlungen vor dem 1.3.2020 können ihre Veranlassung nicht in der Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Krise haben. Folglich können sämtliche freiwilligen, aber bisher nicht vertraglich vereinbarten Leistungen, die möglicherweise ohnehin nach dem 1.3.2020 gezahlt worden wären, als steuerfreier Coronabonus behandelt werden (z. B. Urlaubsgeld).
  • Die steuerfreie Leistung ist im Lohnkonto aufzuzeichnen, ein zusätzlicher Eintrag auf der Lohnsteuerbescheinigung für das Kalenderjahr 2020 ist nicht auszuweisen. Nach den Corona-FAQ Steuern ist es allerdings erforderlich, dass aus den vertraglichen Vereinbarungen zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erkennbar wird, dass es sich um steuerfreie Beihilfen und Unterstützungen zur Abmilderung der zusätzlichen Belastung durch die Corona-Krise handelt. Dies kann durch eine entsprechende Bezeichnung und Dokumentation des Bonus vollzogen werden


Unsere gesamte Berichterstattung zum Thema Corona-Krise finden Sie hier.
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