Statusändernde Beteiligungserwerbe und -veräußerungen nach IFRS: Sukzessive Anteilsveräußerungen

Aufsatz von Dr. Benjamin Roos, PiR 7-8/2020 S. 238

Wird lediglich ein Teil der an einem Tochterunternehmen gehaltenen Beteiligung veräußert, so ist danach zu unterscheiden, ob weiterhin beherrschender Einfluss ausgeübt werden kann oder nicht, gleichwohl aber noch Anteile an diesem Unternehmen im Konsolidierungskreis verbleiben. In Anhängigkeit von der jeweiligen Auswirkung einer Anteilsveräußerung kann folgende Differenzierung vorgenommen werden:

  1. Statusändernde Veräußerung: Endet das Mutter-Tochter-Verhältnis (Statuswechsel), d. h. das Mutterunternehmen hat keine (alleinige) Beherrschung mehr über das Tochterunternehmen, so sind die Vermögenswerte und Schulden des ehemaligen Tochterunternehmens nach der Einzelveräußerungsfiktion auszubuchen.
  2. Statuswahrende Veräußerung: Bleibt das Mutter-Tochter-Verhältnis auch nach dem Veräußerungsvorgang bestehen (Abstockung), so gehen die Vermögenswerte und Schulden des Tochterunternehmens nicht ab. Es kommt lediglich zu einer Verschiebung im Eigenkapital zwischen dem Mehrheitsgesellschafter und den Minderheiten.
In Abhängigkeit davon, ob eine Beteiligungsveräußerung als statusändernd (Statuswechsel) oder statuswahrend (Abstockung) einzustufen ist, kann es entweder zu einer Entkonsolidierung kommen oder das Tochterunternehmen wird gegebenenfalls weiterhin vollkonsolidiert. Im ersten Fall sind die Vermögenswerte und Schulden auszubuchen und es ist ein Entkonsolidierungserfolg zu realisieren. Im zweiten Fall ist lediglich eine „Verschiebung“ zwischen dem Minderheitsgesellschafter und den Minderheitsgesellschaftern vorzunehmen. In Falle eines Statuswechsels kann sich weiterhin die Frage stellen, wie mit einer verbleibenden Beteiligung umzugehen ist.

Im Zusammenhang mit Abstockungen ist darauf hinzuweisen, dass die IFRS für Transaktionen zwischen Mutterunternehmen und nicht beherrschenden Anteile keine Richtlinien für die Bewertung der nicht beherrschenden Anteile enthalten. Damit verbunden ist die Frage, ob bzw. wann den Minderheiten auch ein Anteil am Geschäfts- oder Firmenwert zugerechnet werden kann oder muss.
X

Diese Website verwendet Cookies

Cookies gewährleisten den vollen Funktionsumfang unseres Angebots, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken gesetzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutzerklärung!
Cookie-Einstellungen

Cookies akzeptieren

Cookies erforderlich

Um fortfahren zu können, müssen Sie die dafür zwingend erforderlichen Cookies zulassen. Diese gewährleisten den vollen Funktionsumfang unserer Seite, ermöglichen die Personalisierung von Inhalten und können für die Ausspielung von Werbung oder zu Analysezwecken genutzt werden. Lesen Sie auch unsere Datenschutzerklärung.