Eine Lehre aus Corona: Krisenprävention rechtzeitig durchführen

Jörgen Erichsen, NWB-BB 7/2020 S. 203

Der Einstieg in die Beratung 

Der Einstieg in die Beratung dürfte Ihnen leicht fallen, denn die meisten Mandanten sind von der Corona-Krise negativ betroffen und suchen Hilfe und Orientierung. Beispielsweise können Sie Ihren Mandanten folgende Fragen stellen:

  • Sind Sie schon einmal von einer kritischen Entwicklung in Ihrem Unternehmen „überrascht“ worden, obwohl es Ihnen vor etwa einem Jahr noch relativ gut ging?
  • Welche Folgen haben sich daraus ergeben, z.B. kurzfristige Umsatzrückgänge, Kundenverluste oder Liquiditätsengpässe? 
  • Wie knapp konnten Sie ernsthaften Problemen „entkommen“, etwa einer Insolvenz? 
  • Haben Dritte, z.B. die Bank oder Lieferanten, schon mal ihr Verhalten geändert? Bei der Bank z.B.: Wunsch nach mehr Informationen zum Unternehmen und zur Ertragslage, Ablehnung eines Kredits/einer Erweiterung, Drohung, Ihnen demnächst einen von der Bank benannten Berater zur Seite zu stellen. Bei Lieferanten z.B.: Lieferung nur noch gegen Bar oder Verkürzung der Zahlungsziele, Verweigerung von Lieferungen
  • Sind Sie sich darüber im Klaren, dass derartige Finanz- oder Liquiditätsprobleme – und in letzter Konsequenz eine Pleite – nie über Nacht entstehen, sondern erst am Ende einer über längere Zeit schlechten Entwicklung auftreten, z.B. als Folge von Versäumnissen bei der Produktentwicklung, weil sich Kundenwünsche „unbemerkt“ geändert haben oder weil eine echte Differenzierung zu Wettbewerbern fehlt?

Maßnahmenvorschläge

Je nach Lebenszyklus und Krisenphase des Unternehmens bieten sich verschiedene Maßnahmen an. Prüfen Sie, welche Vorschläge für Ihre Mandanten sinnvoll und wann sie um-setzbar sind. Beispielhafte Maßnahmen für eine Liquiditätskrise:

  • Alle Rechnungen zeitnah, vollständig und korrekt versenden 
  • Forderungen konsequent eintreiben, z.B. Mahnen, Inkasso 
  • Versuchen, Bargeld- oder Lastschriftverkäufe zu forcieren 
  • Kostensenkung durch z.B. Kurzarbeit vornehmen 
  • Prüfung, ob und welche Fördermöglichkeiten es gibt, z.B. den KfW-Unternehmerkredit oder den neuen Schnellkredit 
  • Eigenmittel über die Inhaber zuführen 
  • Kreditlimit bei Banken aufstocken (in Krisen oft schwierig, weil die Banken sich weigern) 
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