„Garantiezins“ wird zum 1.1.2021 sinken

Marktmonitor, News von Anke Dembowski

Das mittlerweile lang anhaltende Niedrigzins-Umfeld hinterlässt seine Spuren auch in der Lebens- und Rentenversicherung. Die in der Vergangenheit versprochenen hohen Garantiezinsen für die Policen belasten die Versicherungsunternehmen, denn der durchschnittlich zu erzielende Zins schmilzt nur langsam ab. Schließlich muss für den Wegfall von alten Verträgen mit hohen Zinsversprechungen ein Vertrag storniert oder fällig werden, und das passiert eben nur peu à peu. „Die durchschnittliche Garantiezusage der Lebensversicherer in den Beständen betrug zum 31.12.2019 2,73 % vor ZZR“, erklärt die Versicherungs-Ratingagentur Assekurata. Die Portfolioverzinsung sinkt schneller, bzw. ist seit vielen Jahren extrem niedrig. Nach Assekurata-Schätzung lag sie zum 31.12.2019 bei 2,90 %; da ist also nur wenig Luft.

Damit die Versicherungsunternehmen nicht zu hohe Zinsversprechen machen, um im Wettbewerb zu reüssieren, sieht die Deckungsrückstellungsverordnung den „Höchstrechnungszins“ vor. Das ist der maximale Zinssatz, den Versicherungsunternehmen für die Laufzeit des Vertrags garantieren dürfen; daher wird auch von „Garantiezins“ gesprochen. Dieser soll zum 1.1.2021 abgesenkt werden. Die genaue Höhe des neuen Garantiezinssatzes steht allerdings noch nicht fest. Die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV), in der die Mathematiker der Versicherungen versammelt sind, empfiehlt eine Absenkung auf 0,5 %. Andere Stimmen plädieren für eine noch stärkere Absenkung. Aktuell liegt der Wert bei 0,9 %, und das seit 2017.

Verfehlt ein Versicherungsunternehmen das Ziel, den jeweiligen Höchstrechnungszinssatz auf alle ausstehenden Policen zu erreichen, bedeutet das bei dauerhafter Unterschreitung die Insolvenz des Unternehmens.

Eine Änderung des Höchstrechnungszinses sorgt bei den Versicherungsunternehmen immer für Verwaltungsaufwand, da die Tarife neu kalkuliert werden und die Systeme angepasst werden müssen. Im Vertrieb findet vor der Absenkung des Garantiezinses im Regelfall eine Art „Schlussverkauf“ statt, da beispielsweise die im Jahr 2020 abgeschlossenen Verträge über die gesamte Laufzeit der Police noch mit dem jährlichen Garantiezins von 0,9 % ausgestattet sein können. Ab dem 1.1.2021 sind sie dann mit dem neuen Garantiezins versehen.

Fazit Mit der Absenkung des Garantiezinses für Lebensversicherungen wird ab 2021 der Druck auf die Versicherungsunternehmen etwas geringer. Allerdings wird auch das Produkt weniger attraktiv, denn eine Garantieverzinsung von 0,5 % oder 0,4 % p. a. hört sich für viele Kunden nicht sehr verlockend an.

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