Die Börsen bleiben unsicher

Marktmonitor, News von Anke Dembowski

Die Leitindikatoren verbessern sich allmählich, und Regierungen heben die Einschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus schrittweise auf. „Die Erholung wird bestenfalls langsam und uneben, und wir werden feststellen, dass einige der Arbeitsplätze und Wirtschaftsaktivitäten unwiederbringlich weggebrochen sind“, sagt Darren Williams, Chefvolkswirt beim Asset Manager AllianceBernstein (AB). „Neben wachsender Staatsverschuldung könnte die Krise auch die wichtigsten säkularen Trends weiter befeuern: Populismus, Deglobalisierung und geopolitische Konflikte“, warnt Williams.

Vielen Anlegern ist schwer verständlich, wie sich die Börsen nach dem Corona-Crash derart rasch wieder erholen konnten. Einen großen Beitrag dazu haben die Stimuli der Regierungen und Notenbanken geleistet. „Ohne weitere fiskalische Stützungsmaßnahmen dürfte die Erholung schwierig werden“, schreibt AB und Williams kommentiert die Lage in den USA: „Zwar haben die Stimuli der US-Regierung dazu beigetragen, Einkommenseinbußen für die US-Bürger zu reduzieren; doch es handelte sich um einmalige Zahlungen – und um Einbrüche bei Einkommen abzufangen, müsste sich der Arbeitsmarkt schnell erholen“. Entsprechend erwartet er einen schnellen Aufschwung. „Das Vorkrisenniveau wird die Wirtschaft jedoch nicht so schnell wieder erreichen“, meint Williams. Auch in der Eurozone haben sich die Indikatoren verbessert. Doch AB mahnt zur Vorsicht: „Das Ausmaß des Abschwungs war so groß, dass scheinbar starke Daten die zugrunde liegende Schwäche verschleiern könnten“, so der AB-Chefökonom. Er geht davon aus, dass die Wirtschaft der Eurozone in diesem Jahr um 10 % schrumpfen wird, um 2021 um 5 % zu wachsen. Zwar habe der Aufbaufonds der Europäischen Kommission eine positive Botschaft gesendet. Jedoch laste die Verantwortung, die Solvenz der schwächeren Staaten des Euroraums zu gewährleisten, fest auf den Schultern der Europäischen Zentralbank (EZB).

Angesichts dieser Lage können sich Investoren darauf einstellen, dass die Anleiherenditen niedrig bleiben. „Die Zentralbanken haben keine Wahl, als auch weiterhin auf breiter Basis Anleihen anzukaufen – nur so können die Staaten die Staatsschulden finanzieren, die nötig sind, um die Konjunktur wieder anzukurbeln“, sagt Williams. „Ob wir damit die Saat für eine noch größere Schuldenkrise in der Zukunft sähen, wird sich herausstellen.“

Fazit Das letzte Corona-Lied ist noch nicht gespielt, sondern je nach Informations- und Sachlage wird es an den Märkten weiter auf und ab gehen. Was sich abzeichnet ist, dass Anleihen weiter niedrige Renditen aufweisen, was dann noch mehr Gelder in Sachwerte locken wird.

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