Buchungen beim unechten Mietkauf

Das Finanzierungsangebot von Kreditinstituten an Unternehmen ist sehr vielfältig ausgestaltet. Neben klassischen Annuitäten-, Tilgungs- oder Endfälligkeitsdarlehen werden zunehmend Leasingverträge unterschiedlicher Ausgestaltung oder auch Mietkaufverträge abgeschlossen. Bei mittelständischen Unternehmen finden dabei auch standardisierte Mietkaufverträge Anwendung, bei denen – rechtlich – zunächst ein Mietvertrag besteht, an dessen Laufzeitende dann ein Erwerb des betreffenden Wirtschaftsguts erfolgt. Wirtschaftlich, steuerlich und bilanziell ist dies wie ein Kauf zu behandeln, das Wirtschaftsgut ist dem Mietkäufer zuzurechnen. In diesem Buchführungs-Seminar wird die Buchung eines sog. unechten Mietkaufs anhand üblicher Vertragskonditionen im SKR 04 dargestellt.

I. Wesen des Mietkaufs

Ein Mietkauf beinhaltet zivilrechtlich die Elemente eines Mietvertrags (§§ 535 ff. BGB) und eines Kaufvertrags (§§ 433 ff. BGB). Generell werden zwei Typen unterschieden:

  • Ist von den Vertragsparteien der Erwerb bzw. die Veräußerung des Wirtschaftsguts beabsichtigt, der vereinbarte Mietzins der Höhe nach im Verhältnis zu den Anschaffungskosten des Wirtschaftsguts unangemessen hoch und erfolgt insbesondere ein standardisierter Eigentumsübergang des Wirtschaftsguts, liegt ein sog. unechter Mietkauf vor. Die Zurechnung des Wirtschaftsguts erfolgt von Beginn an beim Mietkäufer, die Bilanzierung im Ergebnis wie bei einem kreditfinanzierten Kauf.

  • Ist hingegen von den Vertragsparteien ein Mietverhältnis beabsichtigt, der vereinbarte Mietzins der Höhe nach angemessen in Bezug auf die Anschaffungskosten und besteht lediglich eine Kaufoption für den Mieter, bei deren Ausübung eine Anrechnung der Mieten auf den Kaufpreis erfolgt, liegt ein sog. echter Mietkauf vor. Die Zurechnung des Wirtschaftsguts erfolgt grundsätzlich nach den rechtlichen Kriterien.

II. Bilanzierung und Besteuerung beim unechten Mietkauf

Beim sog. unechten Mietkauf ist das Wirtschaftsgut, das dem Mietkaufvertrag zugrunde liegt, von Beginn an beim Mietkäufer zu bilanzieren. Die Bilanzierung erfolgt nach den allgemeinen Grundsätzen, so dass die Aktivierung zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt und planmäßige sowie ggf. außerplanmäßige Abschreibungen vorzunehmen sind. In Höhe des finanzierten Betrags hat der Mietkäufer eine Verbindlichkeit zu passivieren.

Die sich aus dem Mietkaufvertrag ergebenden Raten sind wie Kaufpreisraten zu behandeln, d. h. in einen Zinsanteil und einen Tilgungsanteil zu zerlegen. Die Zinsanteile werden wie Kreditzinsen behandelt, so dass im Rahmen der Gewerbesteuer insbesondere nicht die Hinzurechnung als Miet- oder Pachtzinsen vorzunehmen ist, sondern die Hinzurechnung als Entgelt für Schulden.

Fundstelle(n):
BBK 2022
NWB AAAAI-01386

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