Online-Nachricht - Donnerstag, 15.12.2022

Einkommensteuer | Aufteilung eines Gesamtkaufpreises für ein Immobilien­objekt für Zwecke der AfA (BFH)

Ist für die Anschaffung eines Immobilien­objekts ein Gesamt­kaufpreis gezahlt worden, ist der Kaufpreis zur Ermittlung der Bemessungs­grundlage für die AfA aufzuteilen. Zunächst sind Boden- und Gebäudewert gesondert zu ermitteln und sodann die Anschaffungs­kosten nach dem Verhältnis der beiden Wertanteile in Anschaffungs­kosten für den Grund- und Boden- sowie den Gebäude­anteil aufzuteilen (BFH, Urteil v. 20.9.2022 - IX R 12/21; veröffentlicht am 15.12.2022).

Sachverhalt: Die Beteiligten streiten über die Aufteilung des Kaufpreises für eine von der Klägerin erworbene Eigentums­wohnung in die Anschaffungs­kosten für Grund und Boden sowie für das Gebäude für Zwecke der Ermittlung der Absetzung für Abnutzung (AfA) (siehe hierzu Graf/Nacke, NWB 12/2022 S. 822).

Das FG hat die Klage in vollem Umfang als unbegründet abgewiesen (FG Hamburg, Urteil v. 30.9.2020 - 3 K 233/18).

Der BFH hat die Revision als begründet angesehen, das FG-Urteil aufgehoben und die Sache an das FG zurück­verwiesen:

  • Ist für die Anschaffung eines Immobilienobjekts ein Gesamt­kaufpreis gezahlt worden, ist der Kaufpreis zur Ermittlung der Bemessungs­grundlage für die AfA aufzuteilen. Zunächst sind Boden- und Gebäudewert gesondert zu ermitteln und sodann die Anschaffungs­kosten nach dem Verhältnis der beiden Wertanteile in Anschaffungs­kosten für den Grund- und Boden- sowie den Gebäudeanteil aufzuteilen.
  • Für die Schätzung des Werts des Grund- und Boden- sowie des Gebäude­anteils kann die ImmoWertV herangezogen werden; welches Wert­ermittlungs­verfahren anzuwenden ist, ist nach den tatsächlichen Gegeben­heiten des jeweiligen Einzelfalls zu entscheiden.
  • Die Wahl der Ermittlungs­methode entzieht sich einer Verallgemeinerung; ein Vorrang bestimmter Wertermittlungs­verfahren für bestimmte Gebäudearten besteht nicht.

 
Quelle: BFH, Urteil v. 20.9.2022 - IX R 12/21; NWB Datenbank (RD)

 
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