Alles Wichtige zu Verrechnungspreisen

Internationale Verrechnungspreise sind eine der zentralen Herausforderungen des Internationalen Steuerrechts. In den letzten Monaten sind – ausgelöst durch aktuelle Entwicklungen in der EU und bei der OECD – eine Vielzahl von neuen Materialien zu Verrechnungspreisen erschienen bzw. geändert worden. Wegen des starken Wachstums der Konzerne und des Anstiegs der konzernintern erbrachten Lieferungen und Leistungen, die nach aktuellen Schätzungen weit über 50 % des gesamten Welthandels ausmachen, hat die Feststellung angemessener Preise für diese Leistungen stetig an Bedeutung gewonnen.

Verrechnungspreissachverhalte problemorientiert lösen

Die Konzerne haben erkannt, dass sie die konzerninternen Verrechnungspreise als Instrument für Steueroptimierungen nutzen können. Sie stehen zudem unter dem Druck von Analysten und Anteilseignern, die Konzernsteuerquote zu senken, damit freie Mittel für Dividendenzahlungen oder Investitionen geschaffen werden. Die einzelnen Staaten stellen den international tätigen Konzernen die Infrastruktur für deren Geschäftstätigkeit zur Verfügung (z. B. Straßen-, Kommunikations- und Gerichtswesen) und finanzieren ihre Staatshaushalte zu einem gewichtigen Teil aus Unternehmensteuern. Sie sind daher darauf angewiesen, einen gerechten Anteil am Konzern-„Steuerkuchen“ für sich beanspruchen zu können. Da die Finanzverwaltungen erkannt haben, dass ihnen bei unangemessenen Verrechnungspreisen nicht etwa nur zeitliche Gewinnverlagerungen, sondern endgültige Steuerausfälle drohen, haben sie in den letzten Jahren zur Sicherstellung ihrer Steueransprüche Aktivitäten wie auf kaum einem anderen Rechtsgebiet entfaltet.

Aktivitäten der Finanzverwaltungen auf OECD-Ebene

Im Jahr 1995 wurden die OECD Guidelines verabschiedet, mit denen international abgestimmte Leitlinien

  • für die Anwendung des Fremdvergleichsgrundsatzes (Kapitel I – III dieser Leitlinien),
  • zur Vermeidung und Beilegung von Verrechnungspreiskonflikten (Kapitel IV) und
  • zu den Nachweispflichten der Unternehmen (Kapitel V) geschaffen wurden.

In der Folgezeit wurden weitere Leitlinien für

  • die Bepreisung immaterieller Wirtschaftsgüter (Kapitel VI),
  • für konzerninterne Dienstleistungen (Kapitel VII),
  • für Kostenumlagen (Kapitel VIII) sowie
  • für Umstrukturierungen der Geschäftstätigkeit (Kapitel IX) verabschiedet.

Lesen Sie hier einen ausführlichen Beitrag von Dr. Björn Heidecke und Jobst Wilmanns zum Thema.

Dr. Björn Heidecke ist Director bei Deloitte im Bereich „Transfer Pricing“. Jobst Wilmanns ist Partner im Bereich „Transfer Pricing“ bei Deloitte. Er ist u. a. Mitautor des Außensteuergesetz Kommentars (NWB Verlag).

Literaturtipp: Lesen Sie zum Thema auch Schreiber/Nientimp (Hrsg.), Textausgabe Verrechnungspreise. Für alle, die sich beruflich intensiv mit Verrechnungspreisen befassen, ist diese Textausgabe eine unentbehrliche Arbeitshilfe. Übersichtlich und klar strukturiert vereint die Textsammlung alle wichtigen Texte in einem Band – von den Leitlinien der OECD, über die EU-Richtlinien bis hin zu den nationalen Vorschriften. Sie bietet Steuerprofis aus Unternehmen, Verwaltung, Rechtsprechung, Beratung, Wissenschaft und Lehre genau die Informationen zur gegenwärtigen Rechtspraxis, die sie für ihre Beratungs- und Planungspraxis benötigen. Mehr Information erhalten Sie hier.

Lesen Sie zum Thema ebenfalls Greil (Hrsg.), Steuerliche Verrechnungspreise. Das Handbuch bietet dem Leser einen kurzweiligen, praktischen und strukturierten Einstieg in die Welt der Verrechnungspreise, der eine notwendige Orientierung und Sensibilisierung gewährleistet und auch für fortgeschrittene Praktiker hilfreich sein kann. Mehr Information erhalten Sie hier.

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