Erbschaften – Steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten nach dem Tod eines Ehegatten

Sie kennen das bestimmt auch aus Ihrem Kanzleialltag: Die Problemfälle, die bei Erbschaften auftreten können, sind vielfältig: So existiert bei vielen Erbfällen in Deutschland keine letztwillige Verfügung, und die gesetzliche Erbfolge tritt – ob gewünscht oder nicht – ein.

Haben Ehegatten letztwillig verfügt, so basiert deren Gestaltung überwiegend auf dem sogenannten „Berliner Testament“. Gerade mit diesem sind jedoch massive erbschaftsteuerliche Nachteile verbunden, da die Erbmasse in diesem Fall zweimal der Erbschaftsteuer unterfällt. Eine Änderung des Testaments ist jedoch nach dem Tod der Erstversterbenden nicht mehr möglich.

Ob Berliner Testament oder ein – ursprünglich mal – auf die konkrete Situation angepasstes Testament: Nicht selten haben Ehegatten – teils unter Einbeziehung eines rechtlichen oder steuerlichen Beraters – eine letztwillige Verfügung von Todes wegen errichtet, die dann aber viele Jahre in der Schublade oder im Tresor schlummert und im Erbfall nicht mehr den aktuellen Vorstellungen oder wirtschaftlichen Verhältnissen der Ehegatten entspricht. Oftmals werden die zivilrechtlichen und steuerlichen Auswirkungen der gesetzlichen oder gewillkürten Erbfolge dabei nicht hinreichend bedacht. Ist der Erbfall in derartigen Situationen erst einmal eingetreten, kann die eingetretene Erbfolge für die Familie alles andere als optimal sein.

Wie sollte der Berater vorgehen

Ist der Erbfall erst einmal eingetreten, gilt es zunächst mit größter Sorgfalt, den erbrechtlichen und güterrechtlichen „Status quo“ aus Sicht des länger lebenden Ehegatten zu ermitteln. Hierbei ist mit Blick auf kurze Ausschlagungsfristen mitunter Eile geboten. Je nach Interessenlage des länger lebenden Ehegatten und konkreter Ausgangslage gibt es verschiedene Gestaltungsmittel, mit denen sich eine Nachfolgeplanung auch nach dem Ableben des zuerst versterbenden Ehegatten zivilrechtlich und steuerlich noch optimieren lässt.

Was tun, wenn das Berliner Testament steuerlich nicht optimal ist

Die negativen steuerlichen Folgen eines Berliner Testaments können grundsätzlich auch nach dem Tod des erstversterbenden Ehegatten dadurch vermieden werden, dass der überlebende Ehegatte das Erbe ausschlägt und seinen Pflichtteils- bzw. Zugewinnausgleichsanspruch geltend macht. Vorzuziehen ist eine Ausschlagung gegen eine mit den Schlusserben auszuhandelnden Abfindung, was wiederum Einigkeit zwischen den Beteiligten voraussetzt. Ein solches Vorgehen ist allerdings in jedem Fall mit erheblichen Risiken behaftet.

Deutlich weniger riskant ist die Geltendmachung des Pflichtteils durch die Abkömmlinge. Probleme können jedoch auch in diesem Fall entstehen, wenn der Pflichtteil langfristig gestundet wird, weil es zu unerwünschten einkommensteuerlichen Folgen kommen kann.

Das kostenlose Themen-Special „Erbrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten nach dem Tod eines Ehegatten“ gibt Ihnen einen umfassenden Überblick über alle relevanten Aspekte dieses Themengebietes. Sie können das kostenlosen Themen-Special hier anfordern.

Inhalt des Themen-Specials:

  • Gestaltungsmöglichkeiten des länger lebenden Ehegatten – Erbrechtliche Gestaltungen nach dem Tod des zuerst versterbenden Ehegatten
  • Postmortale Reparatur der Vermögensnachfolge durch Vollzug eines unwirksamen Testaments – Übersicht über bestehende Möglichkeiten
  • Postmortale Reparatur des Berliner Testaments durch die taktische Ausschlagung des Erbes – Erbrechtliche und güterrechtliche Lösung sowie Ausschlagung gegen Abfindung

Hinweis: Sie sind bereits Abonnent der NWB-EV? Das Themen-Special „Erbrechtliche Gestaltungsmöglichkeiten nach dem Tod eines Ehegatten“ können Sie in der Datenbank unter NWB GAAAE-21160 aufrufen.

Banner, unvorteilhafte Erbfälle

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