Videointerview | Dr. Reiner Deussen über "Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfung"

„Die Qualitätssicherung in der Berufspraxis lässt sich heute wegen der gewachsenen Komplexität der beruflichen Aufgaben nicht mehr nebenher erledigen. Vielmehr ist das Qualitätssicherungssystem als ein kontinuierliches Verfahren zu verstehen, mit dem sich die Kanzleileitung permanent zu befassen hat. Unser Buch möchte Sie dabei begleiten und unterstützen.“
 
Dr. Reiner Deussen, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, Fachberater für Internationales Steuerrecht, Prüfer für Qualitätskontrolle (§ 57a Abs. 3 WPO). Partner der DHE REVISION Partnerschaft mbB Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Steuerberatungsgesellschaft, Hagen.

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Transkript des Videointerview mit Dr. Reiner Deussen: Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfung

Kristina Arndt: Zu Gast ist heute Dr. Deussen, Wirtschaftsprüfer, Qualitätsprüfer und Autor unseres Praxisleitfadens „Qualitätssicherung in der Wirtschaftsprüfung“. Herr Deussen, Sie führen regelmäßig Qualitätsprüfungen durch im Sinne des Paragrafen 57a WPO. Sie machen dies hauptsächlich in Wirtschaftsprüfungspraxen mit bis zu zehn Wirtschaftsprüfern. Was sind denn da die größten Baustellen, die Sie regelmäßig antreffen?

Dr. Reiner Deussen: Baustelle ist eigentlich immer das Qualitätssicherungssystem. Baustelle in dem Sinne, dass sich dieses System ständig weiterentwickeln soll und das ist eben immer nur der Fall, wenn man entsprechende Baustellen drauf einrichtet. Aber wahrscheinlich wollten Sie von mir hören, wo die Schwachstellen sind, die wir in unseren Qualitätskontrollen aufdecken. Natürlich hat jeder so seine Stärken und seine Schwächen. Die einen sind in der Praxisorganisation stärker als in der Dokumentation der einzelnen Prüfungen oder umgekehrt. Und da geht es dann eben darum, alles auf einen hohen Level zu bringen. Dafür sind die Peer Reviews da - Peer Review auf Augenhöhe prüfen.

Kristina Arndt: Wenn Sie jetzt Ihren Kolleginnen und Kollegen drei Handlungsempfehlungen geben dürften, welche drei wären das?

Dr. Reiner Deussen:

  1. Entwickeln Sie Ihr eigenes Qualitätssicherungssystem.
  2. Verzichten Sie darauf, fertige Handbücher zu kaufen, die den Eindruck erwecken sollen, man kann hier ein fertiges System einsetzen. Dafür sind sie eigentlich auch nicht bestimmt. Man muss etwas customizen, das auf die eigene Praxis passt. Dazu ist natürlich unser neu entwickeltes Buch eine hervorragende Hilfestellung.
  3. Ja und: Leben Sie das System. Das ist ganz wichtig, denn nur wenn man dieses Qualitätssicherungssystem ständig in Beobachtung hat, ständig weiterentwickelt, wird es auch von den Mitarbeitern akzeptiert und wird auch ständig auf der Höhe der Zeit sein und die entsprechende Qualität in der täglichen Arbeit gewährleisten.

Kristina Arndt: Weiterentwicklung ist ein guter Stichpunkt, Herr Deussen. Wo sehen Sie denn die Qualitätssicherung in der Zukunft und was erwarten Sie von den Institutionen, die sich mit den Standards dafür beschäftigen?

Dr. Reiner Deussen: Im Augenblick geht der Trend sehr stark dahin, dass die einzelnen Prüfungshandlungen immer mehr in den Peer Reviews beurteilt werden müssen. Es war früher mehr formal. Hier ist ein Trend doch ins Qualitative zu erkennen, der uns abgefordert wird. Dann haben wir das Thema Datenschutz in jüngerer Zeit einbauen müssen, was in das Qualitätssicherungssystem gehört. Geldwäschegesetz ist auch ein sehr komplexes Thema. Das kann man nicht als Anhang hinten dranhängen, sondern das muss in das System integriert werden. Was das Berufsständische betrifft: Nachdem wir das ganze Qualitätssicherungssystem durch die Enronkrise seiner Zeit aufgedrückt bekommen haben, wird Wirecard sicherlich auch hier wieder zu weiteren Restriktionen im Berufsstand führen.

Kristina Arndt: Ich danke Ihnen für Ihre Einschätzung Herr Deussen und wünsche Ihnen auch weiterhin viel Erfolg im Qualitätsmanagement.

Dr. Reiner Deussen: Vielen Dank Frau Arndt.
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