Warum die Zukunft der Steuerberatung im Business-Coaching liegt

Digitalisierung und Automatisierung verändern die Steuerberatungsbranche nachhaltig – und lassen viele Kerntätigkeiten von Steuerberatern zunehmend obsolet werden. Viel spricht dafür, dass die einst als reaktiv geltenden Steuerberater das proaktive Business-Coaching für sich entdecken.

Steuerberatung: eine Branche im Wandel

Lange Zeit konnten Steuerberater einzig auf ihre Expertise in Finanzangelegenheiten bauen. Sie standen Mandanten mit ihrem steuerrechtlichen Detailwissen zur Seite und genossen schon wegen ihres unverzichtbaren Expertenstatus einen guten Ruf. Doch die Steuerberatungsbranche befindet sich schon seit Jahren im Wandel. Und letzterer rüttelt zunehmend auch am Selbstverständnis vieler Kanzleien als hochspezialisierte, reaktive Finanzexperten. Um nur die wichtigsten Entwicklungen grob nachzuzeichnen:

  • Eine zunehmende Automatisierung vereinfacht das Tagesgeschäft.
  • Viele Aufgaben, die bislang viel Raum im Daily Business eingenommen haben, fallen im Zuge der Digitalisierung zunehmend weg.
  • Mandanten müssen sich mit wesentlich komplexeren Sachverhalten auseinandersetzen – und suchen hierfür zunehmend nach Unterstützung.

Es sind Entwicklungen wie diese, die ein Umdenken auf Seiten der Kanzleien erfordern, um in einem komplexer gewordenen Marktumfeld, das immer weniger auf manuelle buchhalterische Tätigkeiten angewiesen ist, bestehen zu können.

Steuerberater sind Coaches, keine Entscheider

Im Regelfall sind Steuerberater Spezialisten und keine holistischen Unternehmensberater. Sie profitieren aber durchaus von ihrem Expertenwissen und können als Business-Coach in vielen Bereichen, die von Finanzfragen geprägt werden, beratend tätig werden. Umstrukturierungsmaßnahmen können sie ebenso begleiten wie Expansionen oder die Erschließung neuer Geschäftsfelder. Ihre Hauptaufgabe ist es dabei, ihren Mandanten komplexe Sachverhalte näherzubringen und sie somit zu befähigen, fundierte Geschäftsentscheidungen zu treffen.  

Wie Sie Mandanten von Ihrer Coaching-Leistung überzeugen

Auch von Mandantenseite werden Steuerberater traditionell in erster Linie als reaktive Finanzspezialisten wahrgenommen und nicht als Business-Coaches. Doch es gibt viele Gelegenheiten, Mandanten von der weitergehenden Beratungsleistung zu überzeugen. Folgendermaßen können Sie vorgehen:

  1. Proaktiv werden: Gutes Timing ist alles, wenn Sie einen Mandanten von Ihren Fähigkeiten als Business-Coach überzeugen möchten. Nutzen Sie Nähe zum und Wissen über den Mandanten, um in kritischen Zeitpunkten – beispielsweise bei einer bevorstehenden Expansion – ihr Fachwissen einzubringen. So beweisen Sie Ihren Wert als Coach gleich in der Praxis.
  2. Aufklärungsarbeit leisten: Klären Sie Mandanten darüber auf, wie Sie Ihre Rolle als Business-Coach verstehen. Erläutern Sie, in welchen Fragen Sie Ihre Expertise ausspielen können, stecken Sie aber zugleich die Grenzen Ihrer Beratungstätigkeit ab. Am Ende sollte klar sein, dass Sie als Business-Coach keine ganzheitliche Unternehmensberatung leisten, sondern Ihre Mandanten nur bezüglich bestimmter Problemfelder zu Entscheidungen befähigen.
  3. Individuelle Zusammenarbeit definieren: Halten Sie schriftlich fest, was Ihre Beratungsleistung beinhaltet. Führen Sie dabei möglichst alle Punkte auf, gegebenenfalls mit kurzen Erläuterungen. Auf diese Weise können Sie Ihre Coaching-Tätigkeit auch klarer von der klassischen Unternehmensberatung abgrenzen.

Wer es schafft, Mandanten von der Coaching-Leistung zu überzeugen, schafft sich ein zukunftsträchtiges Geschäftsfeld ergänzend zu den steuerrechtlichen Kernkompetenzen. 

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