Wissensaustausch: Wie der „digitale Stammtisch“ Ihre Kanzlei voranbringt

Das Steuerrecht wird immer komplexer. Wissenslücken, gerade in Detailfragen, sind damit unvermeidlich. Was bei großen Kanzleien, die viele Fachrichtungen und Expertisen vereinen, kein Problem ist, stellt kleinere Steuerkanzleien mitunter vor große Herausforderungen. Hier profitiert, wer auf ein großes Netzwerk zurückgreifen kann, um Wissenslücken schnell zu schließen. Die gute Nachricht: Dank Online-Plattformen ist der Wissensaustausch heute so einfach wie nie.

„Digitaler Stammtisch“ ersetzt klassisches Netzwerk

Gemeinsame Golfrunden, Abendessen und sonstige Treffen: Der Aufbau eines Netzwerks ist zeitintensiv. Dieser Glaube zumindest ist unter Steuerberatern noch weit verbreitet. Was auf „Old-School-Networking“ zutreffen mag, ist in Zeiten von Social Media aber längst ein Relikt der Vergangenheit. Moderne Business-Netzwerke finden sich schnell, zielgerecht und online – und sind längst nicht mehr auf eine Face-to-Face-Kommunikation angewiesen. Der „digitale Stammtisch“, meist bestehend aus einer Handvoll Steuerberatern, Anwälten oder Wirtschaftsprüfern, nutzt moderne Tools, um sich jederzeit und unabhängig vom Standort seiner Mitglieder austauschen zu können.

Partner finden: So geht’s

Um langfristig vom Know-how der Kollegen profitieren zu können, gilt es zunächst entsprechende Kooperationspartner zur Gründung eines digitalen Stammtischs zu finden. Die Möglichkeiten hierzu sind vielfältig:

  • XING: Das Business-Netzwerk zählt mittlerweile über 10 Millionen Mitglieder – darunter zahlreiche Steuerberater, Anwälte und Wirtschaftsprüfer. Der Vorteil: Auf ihrer Profilseite können Sie die Kontakte identifizieren, die Ihren digitalen Stammtisch sinnvoll ergänzen könnten. Auch in großen Fachgruppen kann gezielt nach Partnern gesucht werden.
  • Facebook: Über Facebook ist die Suche nach einzelnen Personen zwar schwieriger. Dafür finden Sie hier auch im Bereich Steuerberatung zahlreiche Interessengruppen, über die sich auch Einzelpersonen für einen regelmäßigen Austausch finden lassen. Möchten Sie zu einem Thema lediglich eine zweite Meinung von einem Fachmann hören, sind entsprechende Gruppen zudem gut geeignet.
  • Online-Seminare und Co: Auch in der Steuerberatung finden Fortbildungen immer häufiger über Online-Seminare statt – gerade in Corona-Zeiten. Entsprechende Seminare sehen häufig auch eine Möglichkeit des Austauschs unter den Teilnehmern vor – und sind damit eine ideale Möglichkeit, Partner für den künftigen Wissensaustausch zu finden.

Das eigene Profil: Darauf kommt es an

Wer über Xing, Facebook oder vergleichbaren Portalen nach Mitgliedern für den digitalen Stammtisch sucht, erhöht seine Erfolgschancen durch die Optimierung des eigenen Profils. Immerhin möchten potenzielle Netzwerkpartner in erster Linie erfahren, mit wem sie sich einlassen und welche Expertise Sie mitbringen. In Ihrem Profil sollten daher folgende Fragen beantwortet werden:

  • Welche Fertigkeiten und Dienstleistungen bieten Sie an? Wo liegt Ihr Schwerpunkt?
  • Wie sieht Ihr Werdegang zum Steuerberater aus? Haben Sie besondere Erfahrungen gemacht, von denen andere Netzwerk-Partner profitieren könnten?
  • Wie sieht Ihr Kanzlei-Alltag aus? Verraten Sie ungewöhnliche Routinen oder Anekdoten aus Ihrem Alltag, macht das Ihr Profil persönlicher.
  • Was zeichnet Ihre Arbeit aus? Haben Sie ein Motto oder einen Leitsatz?
  • Welche Expertise suchen Sie? Wie sieht Ihr idealer Kooperationspartner aus?
  • Können mögliche Partner an anderer Stelle weitere private oder geschäftliche Informationen zu Ihnen finden? Dann teilen Sie gerne den entsprechenden Link.

Prinzipiell gilt: Alles was Sie von potenziellen Netzwerkpartnern wissen möchten, sollte Ihr Profil auch über Sie selbst verraten.

Tools für den digitalen Stammtisch

Haben Sie erstmal genügend Netzwerk-Partner gefunden, geht es an die Organisation des Wissenstransfers. Da sich spontane Absprachen zeitlich nicht immer einrichten lassen, empfiehlt es sich, hierfür wöchentlich einen festen Zeitpunkt zu blocken. Für einen solchen digitalen Stammtisch eignen sich prinzipiell dieselben Tools, die auch für den Arbeitsalltag im Homeoffice genutzt werden. Videokonferenzen sind dabei in der Regel das Mittel der Wahl. Gut geeignet sind insbesondere:

  • Skype: Als Klassiker unter den Kommunikationstools erfreut sich Skype nach wie vor großer Beliebtheit. Kein Wunder, Gruppen sind schnell angelegt, sodass Absprachen über Chat und Videotelefonie getroffen werden können.
  • Zoom: Auch das intuitiv bedienbare Zoom eignet sich hervorragend für den digitalen Stammtisch.
  • Slack: Ebenfalls eine einfache und sichere Lösung für die Videokonferenz ist Slack. Zumal über geteilte Channels bei Bedarf auch Mandanten mit in den Call geholt werden können.

Fazit: Ein digitaler Stammtisch ist nicht nur schnell gegründet, sondern kann auch technisch unkompliziert umgesetzt werden. Von dem kostenfreien Wissenstransfer profitieren dabei alle Akteure – insbesondere die eigenen Mandanten. Eine klassische Win-Win-Situation.

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